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PERSONALISIERTE KREBSDIAGNOSTIK

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Praxis ist die personalisierte Krebsdiagnostik und Therapie.

Denn kein Tumor gleicht dem anderen, nicht einmal bei ein und demselben Patienten. Diese Variabilität drückt sich nicht zuletzt auch darin aus, dass jeder Tumor – und damit auch jeder Patient – unterschiedlich auf verschiedene Behandlungsmethoden reagiert. Ein Medikament, das beim einen schnell wirkt, funktioniert beim nächsten vielleicht nur in höherer Konzentration oder überhaupt nicht. Für eine erfolgreiche und möglichst nebenwirkungsarme Therapie ist es deshalb entscheidend, die Art des Tumors vor der Behandlung möglichst genau zu kennen. Das ist die Voraussetzung, dass wir auf jeden Patienten individuell eingehen können.

Mit molekulargenetischen Methoden lässt sich aus dem Tumorgewebe – oder auch aus den im Blut zirkulierenden Tumorzellen selbst – das genetische Material (DNA) isolieren und mittels der Next-Generation-Sequencing (NGS) Methode sequenzieren. Damit können wir krebsrelevante Mutationen identifizieren, was jeweils zielgerichtete Therapieoptionen ermöglicht.

Nach detaillierter Einsicht in Ihre Situation, werden wir Ihnen den oder die Tests empfehlen, die individuell für Sie am geeignetsten sind. Je nachdem, welche Tests das sind, werden wir eines oder mehrere der folgenden Materialien für die Analyse benötigen:

  • eine Blutprobe
  • frisches oder tiefgefrorenes Tumorgewebe
  • Tumorgewebe, das fixiert und in Paraffin eingebettet wurde

Das wiederum ermöglicht uns folgende genauere Analysen:

  1. Somatisches Tumor Mutationsprofil (Multigen Panel)

    Beim somatischen Mutationsprofil werden mehrere Hundert Gene parallel sequenziert (Tumor DNA-Sequenzierung) und dabei alle Regionen bzw. einzelnen Mutationen analysiert, die für eine Tumorerkrankung und Therapie Entscheidung relevant sein können.

  2. Tumor-Mutationslast

    Im Laufe der Zeit häufen sich in Krebszellen Mutationen an, die in normalen Körperzellen nicht vorkommen. Die Tumor-Mutationslast ist ein Maß für die Anzahl an Mutationen, die in Tumorzellen auftreten. Anhand dieses Charakteristikums (oder Biomarkers) können wir im Optimalfall vorhersagen, wie gut ein Patient auf eine immunoonkologische Therapie anspricht.

  3. Microsatellite Instability (MSI)

    Da Tumorzellen sich schnell vermehren, muss auch ihr Erbmaterial (DNA) häufig vervielfältigt werden und dabei häufen sich Fehler (Mutationen) an. Unter normalen Bedingungen, dem so genannten DNA Mismatch Repair (MMR), werden Replikationsfehler korrigiert, die während der neuen DNA-Synthese auftreten. Veränderungen in der Funktion von MMR-Genen können zu einer hohen Instabilität der Mikrosatelliten (MSI-H) führen, die bei vielen Krebsarten auftreten kann. MSI wird jetzt als Biomarker für die Vorhersage des Erfolges der Immuntherapie verwendet.

  4. Flüssig-Biopsie

Jeder Tumor gibt kontinuierlich Zellen, Zellfragmente und damit genetisches Material ins Blut ab. Bei der Flüssig-Biopsie isolieren wir dieses Material und sequenzieren es (siehe DNA-Sequenzierung). Die Erbinformation des Tumors kann zum Beispiel Auskunft darüber geben, warum der Tumor entstanden ist und wie er auf eine Behandlung ansprechen wird. Die Flüssig-Biopsie ist sehr sensitiv und erfordert vom Patienten lediglich die Entnahme einer Blutprobe. Deswegen eignet sich diese Methode hervorragend nicht nur zur Diagnose, sondern auch zur Kontrolle (Monitoring) und zur Nachsorge einer Krebstherapie.

Die Flüssig-Biopsie eignet sich auch für Patienten:

  • bei denen keine chirurgische Biopsie durchgeführt werden kann,
  • bei denen nicht ausreichend Tumorgewebe für eine Analyse des Tumors vorhanden ist.